Ratgeber - Trennung

 

Die Trennungszeit

 

In dieser Phase werden die Weichen gestellt für das weitere Verfahren.

 

Gelingt es, die Streitigkeiten über den Unterhalt, den Umgang mit den Kindern, den Hausrat und
das Vermögen selbst zu regeln, ist viel gewonnen.

 

Ist man nicht bereit, aufeinander zuzugehen, kann das Verfahren in einen Rosenkrieg ausarten,

der viel Nerven, Energie und Geld kostet.

 

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Kommt es zu Problemen in der Partnerschaft, schleicht sich schnell der Gedanke an Trennung
ein. Es kommt vor, dass sich der Ehepartner schon kurz nach der Hochzeit verändert zeigt. In
anderen Fällen dauert es Jahre, bis einem auffällt, dass der andere einen nicht mehr wahrnimmt.
Die Partnerschaft versinkt im Alltagstrott. Die eigenen Bedürfnisse nach Aufmerksamkeit, Liebe
und Respekt kommen viel zu kurz. Man fühlt sich nicht mehr verstanden. Damit fehlt es an der Basis
für ein liebevolles Miteinander. Bei jeder Auseinandersetzung, aber auch durch lautlose Ignoranz
bekommt das Herz einen Riss und es verhärtet nach und nach. Es wird einsam in der Zweisamkeit.

Allzu oft geht es dem anderen Ehepartner ebenso und er sucht sein Glück in einer Affäre. Auch finan-
zielle Probleme, bedingt durch plötzliche Arbeitslosigkeit oder Krankheit, wirken niederschmetternd.
Solche Krisen zu meistern, ist schwer. Bestenfalls wird in langen Gesprächen nach Lösungen ge-
sucht, gelingt dies nicht, drängt sich das Gefühl auf, es ist alles gesagt, aber es verändert sich nichts.
Um sich auf Dauer nicht verbiegen zu müssen und seine eigenen Bedürfnisse hinten anzustellen,
wächst so der ernsthafte Trennungsentschluss, der viele Fragen aufwirft

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Intuitiv weiß man, dass es kein Zurück mehr gibt. Manchmal möchte man den Ehepartner wachrütteln,
indem man ihm vor Augen führt, ich trenne mich jetzt von dir und wenn dir etwas an mir gelegen ist,
dann ändere dein Verhalten, vielleicht komme ich dann wieder zurück.

Das Trennungsjahr, das der Gesetzgeber vorschreibt, bevor eine Scheidung eingereicht werden kann,
soll den Ehepartnern die Möglichkeit geben, wieder zueinander zu finden. Gelingt dies innerhalb von
12 Monaten nicht, gilt die Ehe nach dem Gesetz als zerrüttet.  

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Abgesehen vom Gefühlschaos in der Anfangszeit sind es finanzielle Nachteile, die mit einer Trennung
verbunden sein können. War bisher nur ein Ehepartner erwerbstätig und wurden von diesem Gehalt die
Miet- und Lebenshaltungskosten bestritten, so fallen nach der Trennung Kosten für zwei Mietwohnungen
an. Dies lässt sich mit einem Einkommen meistens nicht finanzieren. Der zu zahlende Unterhalt reicht
oft nicht aus.

In dieser Situation steht dem Unterhaltsberechtigten Hilfe zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem
SGB II zu, besser bekannt als Hartz IV. Die Voraussetzungen hierfür werden vom Integrationscenter über-
prüft. Dort erhalten Sie es bereits vor der Trennung Informationenbrosschüren.

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Natürlich! In jeder Krise steckt eine Chance.

Emotional: Die eigenen Bedürfnisse rücken wieder in den Vordergrund und bekommen den Wert
zurück, der ihnen zusteht.

Finanziell: Ist während der Ehezeit Vermögen erwirtschaftet worden, wird dieses im Rahmen der Ver-
mögensauseinandersetzung bzw. des Zugewinns ausgeglichen, so dass ein finanzielles Polster den
Start ins neue Leben erleichtert.

Mitverdiener, deren Einkommen nach der Steuerklasse V während des Zusammenlebens versteuert
wurden, haben ab dem neuen Kalenderjahr, das auf die Trennung folgt, die Steuerklasse I, und wenn
Kinder im Haushalt leben, die Steuerklasse II. Hierdurch fallen geringere Steuern an, so dass mehr
Geld zum Leben zur Verfügung steht.

Darüber hinaus erhält der Ehepartner, bei dem die Kinder leben, das volle Kindergeld.

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Da mit der Trennung Unterhaltsansprüche entstehen, kann es durchaus bei einer geplanten Trennung
zum Jahresende unter wirtschaftlichen Aspekten einen günstigen Trennungszeitpunkt geben. Im Kalen-
derjahr der Trennung behalten die Eheleute die Steuerklassen bei – bei einem Alleinverdiener bleibt es
bei Steuerklasse III. Der Trennungszeitpunkt wirkt sich also auf das zukünftige Einkommen aus.

Trennen sich Eheleute z.B. nach einem Streit an Weihnachten am 27.12. eines Jahres offiziell, d.h. durch Ummeldung beim Einwohnermeldeamt, haben sie ab Januar des Folgejahres bereits erhebliche Ein-
bußen durch die Änderung der Steuerklassen zu verschmerzen. Erfolgt die Trennung erst am 02. Januar,
kann für das gesamte neue Jahr weiterhin der Steuervorteil nach Steuerklasse III in Anspruch genommen werden. Damit steht für die Berechnung der Unterhaltsansprüche für weitere 12 Monate das höhere Ein-
kommen nach Steuerklasse III zur Verfügung, während ansonsten das Finanzamt bei Änderung der Steuerklassen direkt ab Januar höhere Lohnsteuerzahlungen einfordert. Es reicht aus, wenn man einen
Tag im neuen Kalenderjahr zusammengelebt hat.

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Allein der Umstand, dass man sich nichts mehr zu sagen hat und sich auch körperlich nichts mehr
gibt, stellt keine Trennung dar.

Die Trennungszeit beginnt mit der Auflösung der ehelichen Lebensgemeinschaft, ab der Trennung
von Tisch und Bett. Dies ist auf jeden Fall gegeben, wenn ein Partner aus der Ehewohnung auszieht.

Die Trennungszeit kann jedoch auch schon früher einsetzen. Wenn innerhalb der Ehewohnung zwei
getrennte Haushalte geführt werden und jeder für sich selbst kocht, wäscht und einkauft, also keine
gegenseitigen Versorgungsleistungen mehr erbracht werden, zählt auch dies zur Trennungszeit. Dies
wird häufig in der Übergangszeit praktiziert. wenn die Trennung feststeht, der andere jedoch noch
keine geeignete Wohnung gefunden hat.  

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Im Jahr der Trennung bleibt alles unverändert. Später wird für das Jahr, in dem die Trennung erfolgt ist,
auch noch eine gemeinsame Steuererklärung abgegeben.

Im darauf folgenden Kalenderjahr mussen die Steuerklassen geändert werden. Bisher erfolgte dies
automatisch, sobald ein Ehepartner sich beim Einwohnermeldeamt für die neue Wohnung umgemeldet
hatte. Da das Einwohnermeldeamt auch die Steuerkarten ausgestellt hat, erfolgte behördenintern die
Mitteilung über der Trennung der Ehepartner, so dass dann automatisch auf der nächsten Steuerkarte
die geänderte Steuerklasse vermerkt war.

Der Arbeitgeber hat dann zum Jahreswechsel die neue Steuerkarte erhalten und konnte die neue
Steuerklasse übernehmen, so dass sichergestellt war, dass die erhöhten Lohnsteuern rechtzeitig
abgeführt wurden.

Da derzeit keine Steuerkarten erstellt werden, rechnet der Arbeitgeber nach den Daten der ihm
bekannten Steuerkarte ab.

Es wird dringend empfohlen, dem Arbeitgeber rechtzeitig mitzuteilen, dass sich ab Januar die
Steuerklasse ändert. Unterbleibt diese Mitteilung, hat dies zur Folge, dass mit der nächsten Steuer-
erklärung erhebliche Steuernachzahlungen zu leisten sind.

Die Steuerklassen ändern sich wie folgt:  

Steuerklasse III   ->   Steuerklasse I bzw. Steuerklasse II, wenn Kinder im Haushalt leben
Steuerklasse V    ->   Steuerklasse I bzw. Steuerklasse II, wenn Kinder im Haushalt leben
Steuerklasse IV   ->   Steuerklasse I bzw. Steuerklasse II, wenn Kinder im Haushalt leben  

Die Steuerklasse direkt nach der Trennung zu ändern, bietet sich nicht an, da hierdurch Steuervorteile
verloren gehen. Gesetzlich vorgeschrieben ist dies erst ab dem auf die Trennung folgenden Kalender-
jahr.

Die Steuerklassen können zwar nach dem Steuerrecht auch direkt geändert werden. Unter f amilien-
rechtlichen Gesichtspunkten ergibt sich jedoch aus dem Wesen der Ehe für beide Ehepartner die
Verpflichtung, die finanziellen Lasten des anderen Teils nach Möglichkeit zu vermindern, soweit dies
ohne Verletzung eigener Interessen möglich ist. Nach dem Familienrecht besteht deshalb ein
Anspruch auf Zusammenveranlagung auch noch für das Jahr der Trennung.

Die Zustimmung zur gemeinsamen Veranlagung kann notfalls auch durch ein Gerichtsbeschluss
ersetzt werden.

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Ja, Sie müssen innerhalb von einer Woche den Umzug bekannt geben, damit das Melderegister immer
auf dem aktuellen Stand ist.

Die Folgen der Ummeldung finden Sie unter "Gibt es einen günstigen Trennungszeitpunkt?

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Wenn Sie ca. 10 Monate getrennt leben, kann der Scheidungsantrag bei Gericht eingereicht werden.

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Nein.
Da das Gericht nur tätig wird, wenn ein Scheidungsantrag eingereicht wird, liegt es bei den Ehepartnern,
ob das Scheidungsverfahren durchgeführt wird oder nicht.  

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Aus wirtschaftlichen Erwägungen kann eine dauerhafte Trennung, insbesondere älterer Ehepaare,
manchmal sinnvoll sein.

  • Ist der andere Ehepartner noch erwerbstätig, profitiert man bis zur Einreichung des Scheidungsantrages
    an den Rentenversicherungsbeiträgen, die monatlich abgeführt werden. Hierdurch erhöhen sich letztlich
  • die auf die Ehezeit entfallenden Rentenanwartschaften, die dann im Scheidungsverfahren hälftig ausgeglichen werden.

  • Beim Tod des Ehepartners hat man den Anspruch auf Witwenrente. Hiermit ist eine dauerhafte
  • finanzielle Unterstützung bis zur Wiederverheiratung oder zum Tod gewährleistet.

  • Während der Trennungszeit ist man über den anderen Ehepartner weiter krankenversichert.

  • Solange das Scheidungsverfahren nicht eingeleitet ist, hat der überlebende Ehepartner Anspruch
  • auf das Erbe nach den gesetzlichen Vorschriften, sofern kein abweichendes Testament vorliegt.

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  • Für den erwerbstätigen Ehepartner hat eine lange Trennungsdauer zur Folge, dass alle Rentenanwart-
  • schaften, die während der Zeit bis zur Einreichung des Scheidungsantrages angespart werden, hälftig
  • abgegeben werden müssen. Sie werden bei der Scheidung auf das Rentenkonto des anderen Ehe-
    partners übertragen und schmälern die eigene Rente.

    Nur die Rentenzahlungen ab Einreichung des Scheidungsantrages sind von der Teilung ausgeschlos-
    sen und stehen dem Erwerbstätigen allein zu.

  • Beim Zugewinn, also bei der Vermögensauseinandersetzung der Werte, die während der Ehezeit
  • „hinzugewonnen“ wurden, wird für die Berechnung der Tag der Hochzeit (Anfangsvermögen) und der
    Tag der Zustellung des Scheidungsantrages (Endvermögen) für die Wertermittlung gegenübergestellt.

    Lebt man zum Beispiel 5 Jahre getrennt und entschließt sich dann doch das Scheidungsverfahren
    durchzuführen, hat dies zur Folge, dass der andere Ehegatte an dem zwischenzeitlichen Vermögens-
    zuwachs teil hat, obwohl die eheliche Lebensgemeinschaft schon lange nicht mehr besteht.

Dies ist oftmals nicht gewollt, so dass es sich für diesen Fall empfiehlt, bei Zeiten in einem notariellen
Vertrag den Güterstand zu ändern. Die Eheleute müssen sich dann einig sein, dass die bisherige Zugewinngemeinschaft nicht weiter fortbesteht und ab sofort der Güterstand der Gütertrennung gilt. Im
Fall der Scheidung oder auch sofort kann dann als Ausgleich des Zugewinns während der Zugewinn-gemeinschaft die Zahlung eines bestimmten Betrages vereinbart werden.